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GEMEINDE - ZENTRUM KÜMPERHEIDE

Gemeinde - Zentrum Kümperheide




 

Jugendcafe

Es ist Freitagnachmittag, 16.30 Uhr. Auf der Gahmener Straße wälzt sich der Verkehr durch Gahmen in Richtung Lünen. Aber da wo Gahmen am tiefsten liegt, bewegt sich buntes Leben. Auf der Ecke Kümperheide - Gahmener Straße haben sich mehrere Dutzend Kinder eingefunden. Skateboards, und Fahrräder stehen und liegen herum. Das Wetter ist trüb. Dennoch wird draußen Tischtennis gespielt, andere spielen Fangen. Einige Kinder haben sich weiter hinten auf das Gelände zurück gezogen, laufen um das Gemeindezentrum. Auf der Wiese hinter dem Zentrum sind sie ungestört, versinken ganz in ihrem Spiel.
Das Jugendcafe im Gemeindezentrum ist hell erleuchtet. Seine großen Fenster laden ein. Es ist Kinderzeit im Jugendcafe, die Kleinen haben den Vortritt, den Jugendlichen sind die Abendstunden vorbehalten. Aber sie treffen sich schon, stehen beieinander, erzählen, schauen den Kindern beim Spielen zu, nehmen hier und da schon einmal Kontakt auf zum Mitarbeiterteam.
Drinnen ist es warm und freundlich. An der Theke gibt es Getränke für ganz kleines Geld und mundgerecht geschnittenes Gemüse und Obst - und den kleinen Imbiß. Manchem kleinen Gast knurrt der Magen, wenn er ins Jugendcafe kommt.




 
 

‘Siggi’ ruft es von mehreren Seiten. ‘Siggi’ kennt jeder. Ruhig und gelassen steht er im Gewusel, lächelt, hat Zeit, hört zu. Trotz des Gewusels. Dann gibt es Streit. Zwei ruhige, aber bestimmte Sätze von Siggi und die Sache ist geklärt.
‘Siggi’, Siegfried Keßler, begleitet das Jugendcafe von Anfang an. Er hat es aufgebaut. Manchmal war er über Monate ganz allein verantwortlich. Jetzt hat er ein starkes Team von Honorarkräften und zwei anderen qualifizierten MitarbeiterInnen. Das hat die Arbeit gestärkt. Dank des Engagements der Wohnungsbau - Gesellschaften und der beiden Kirchengemeinden. Einen ungewöhnliche Zusammenarbeit, aber es funktioniert seit Jahren.
Die Zeit, wo das Jugendcafe in stillgelegten Kneipen seinen Ort hatte sind zum Glück vorbei. Die freundlichen Räume im Zentrum haben viele neue Gesichter ins Cafe gebracht. Vor allem Kinder: Zwischen 30 und 40 jeden Nachmittag. Es ist ein Bunter Haufen. Die Herkunftsländer der Eltern sind vielfältig. Die Meisten der Kleinen aber sind in Deutschland, der größte Teil in Lünen geboren. Im Jugendcafe begegnen sie sich, spielen Billard oder Tischtennis. Im Spiel lernen sie Regeln einhalten, lernen fast nebenbei Respekt voreinander. Sie wissen was gilt. Es gibt viele Freiräume, aber auch klare Regeln. Kleine Konflikte dürfen natürlich sein. Im Zweifelsfall hilft Siggi.




 
 

Im Nebenraum sitzen die Kids an den Computern. Sie sollen das Medium kennen lernen, sicher damit umgehen können, aber auch wissen, wann es wieder auszuschalten ist. Längst nicht in allen Familien steht so etwas zur Verfügung. Die Nutzung kostet ein paar Cent. Schließlich sollen die Kinder nicht ihre ganze Zeit vor den Monitoren verbringen.
An der Wand wirbt ein Plakat für den Kinder Kirchen Morgen am nächsten Tag. Der ist nebenan im Zentrum. Da wo an diesem Abend gerade eine junge türkische Frau mit 100 Gästen ihren Henna - Abend feiert.




 
 

Kinder Kirchen Morgen

Die Kinder kennen sich aus. Der Kinder - Kirchen - Morgen, das ist irgendwie ganz anders als das Jugendcafe, aber auch das ist toll. Es ist nicht so wuselig. Das ist etwas mehr Ruhe angesagt. Manche Kinder kennen den Kirchsaal schon von den Schulgottesdiensten am frühen Vormittag oder von der Kinderbibelwoche nach Ostern oder von den SpielSpaß - Woche in den Sommerferien. Es beginnt im Kirchsaal mit einer biblischen Geschichte und Gebet. Es wird gesungen. Ungewöhnlich - aber die Kinder sind mit Aufmerksamkeit und Ernst dabei. Klar - hier sind es vor allem evangelische und katholische Kinder - aber alle sind eingeladen und es werden keine Unterschiede gemacht.
Ein Team von JugendmitarbeiterInnen, darunter viele ehrenamtliche Jugendliche, begleitet durch den Vormittag. Rainer Hubbert und Heike Letzner arbeiten für die evangelische Kirchengemeinde. Sie haben das Programm sorgfältig vorbereitet, gemeinsam mit dem Mitarbeiter - Team. Nach der besinnlichen Einführung geht es rund.




 
 

Es wird gespielt, gebastelt, gemalt, gewerkelt. Ein großes gemeinsames Essen steht im Mittelpunkt. Eine große Tischgemeinschaft oder im großen Kreis an Tischdecken auf dem Fußboden. Die Kinder genießen das in vollen Zügen. Wann erleben sie sonst schon einmal eine solches gemeinsames Essen. Das ist selten geworden. Wenn das Wetter schön ist, gibt es noch Spiele auf der Wiese. Die Jugendmitarbeiter sind ebenso mit Feuereifer dabei wie die Kinder. Gegen Mittag gehen alle fröhlich nach Hause.




 
 

Gottesdienste

Der Kirchsaal wird für den Gottesdienst am nächsten Morgen vorbereitet.
Die Küsterin Marlies Wölki schafft Ordnung, saugt, schmückt den Altar. Nicht selten kommen Kinder und helfen ihr dabei oder Gemeindeglieder schauen rein. Zeit für ein Schwätzchen ist immer.
Die wöchentliche Gottesdienstgemeinde ist nicht groß. Zwischen zwanzig und dreißig Menschen. Jung und alt. Sie treffen sich vorher auf eine Tasse Kaffee. Man kennt sich. Alle sechs bis acht Wochen ist irgendein besonderer Gottesdienst, dann erweitert sich der Kreis. Der Gitarrenchor kommt aus Lünen - Süd oder die Posaunen. Das lockt auch andere Gahmener. Dann sind es schon mal sechzig bis achtzig. Der Tenor der Gottesdienste spricht von der Menschenfreundlichkeit Gottes. Es geht um eine verantwortliche, gastfreundliche Gemeinde.




 
 

Besondere Höhepunkte sind die Taize - Gottesdienste, geprägt von Meditation und einem Meer von Lichtern. Diesmal ist es ein ökumenischer Arbeitskreis, der die Vorbereitung trägt.
Klar, Heilig Abend oder zur Konfirmation ist der Laden voll. Bis zu 250 Menschen gehen schon rein, wenn es darauf ankommt. Das Haus ist schließlich variabel gebaut. Es gibt Schiebewände und ein großes Stuhllager und Ehrenamtliche, die mit anfassen. Ein tolles Team. 2005 haben zwei Mitarbeiter - Teams der Gemeinde Preußen den den großen Ehrenamtspreis der westfälischen Landeskirche erhalten. Völlig zu Recht.




 
 

Frühstücksbasar

Am Dienstag werden gespendete Altkleider aus ganz Lünen abgeholt. Dann werden sie sortiert und die besten Waren werden zum Verkauf angeboten. Für kleines Geld - aber in nett gestalteten Verkaufsräumen. Das wird natürlich gerne angenommen. Es reicht vom Kinderstrampler bis zur Pelzjacke.




 
 

Am Donnerstag ist dann das Frühstückscafe geöffnet. Der Treffpunkt in Gahmen. Kaffee, Brötchen, alles was zu einem guten Frühstück dazu gehört. Zusammen sitzen, reden, Menschen treffen.
Manch einer hat hier schon Kontakt und Hilfe gefunden. Ein Gespräch mit dem Pfarrer vielleicht, manchmal Begleitung über Jahre.




 
 

Mittagstisch

Ein anderes Team lädt Senioren zum Mittagstisch am Dienstagmittag. So kommen sie aus den Wohnungen, treffen sich, haben einen Kontaktpunkt. Das Essen wird vom Altenhilfezentrum geholt. Dann wird gemeinsam gegessen. Keiner möchte das missen. Es schmeckt, vor allem, weil es in der Gemeinschaft so wie so viel schöner ist als allein zu Hause. Jeden Dienstag ist der Tisch gedeckt.




 
 

Frauenhilfe und Seniorenkreis.

Referenten, Feiern, Erzählen, Ausflüge, alte Volkslieder und manchmal ist ein Pastor dabei, mit Andacht und Gebet. Wenn es nicht die Frauenhilfe und nicht der Seniorenkreis ist, dann trifft man sich zum Spielen. Canaster oder ‘Mensch ärgere dich nicht’. Frau Möllenhof wird nicht müde, die Frauen und Männer jeden Mittwoch wieder zusammen zu holen. Sie alle haben ihre Geschichte und Geschichten. Geschichten mit Gahmen, Geschichten weit darüber hinaus. Fast alle sind sie irgendwann nach Gahmen gezogen. Aus Schlesien, aus Pommern, aus Ostpreußen, aus Kasachstan oder aus Dortmund. Sie fühlen sich längst in Gahmen zu Hause. Das ist ihre Heimat. Der Treff am Mittwoch im Gemeindezentrum, das gehört dazu.

Eine Gruppe probt auf der Mundharmonika. Inzwischen sind es schon neuen SeniorInnen, die regelmäßig zusammen kommen und bei Festen und kleinen Feiern mit Volks- und Wanderliedern zum Mitsingen einladen.




 
 

Spiel Spaß

Einmal im Jahr gehört das Haus für eine Woche ganz den Kindern. In den Sommerferien ist der Spiel Spaß angesagt. Ein Team von JugendmitarbeiterInnen rund um den Pastor begleiten die Kinder durch die Woche. Das geht schon seit fünfzehn Jahren so. Das Budget ist klein, aber der Spaß ist groß. 40 bis 60 Kinder erleben ein ausgelassene Woche.
Die Zusammenarbeit mit dem Jugendcafe, dem Basketball-Verein und anderen Gruppen klappt prima.




 
 

Varietee

Seit einigen Jahren ein toller Höhepunkt im Haus. Der Kirchsaal wird zum Veranstaltungsaal umgebaut. Auf weiß gedeckten Tischen warten Sekt und Rosen auf die Gäste. Kleinkünstler aus der Umgebung gestalten den Abend. Trommeln, Bauchtanz, Schwarzlichttheater, Gesang, Jonglage und Kabaret. Natürlich auch das zum kleinen Preis.




 
 

Zukunft

Die katholische Kirchengemeinde plant den Umzug in das Zentrum an der Kümperheide. Zwei Gemeindezentren sind auf die Dauer wohl doch zu viel für Gahmen. Das katholische Gemeindezentrum am Lindeneck wir dann wohl leider leider aufgegeben. Aber natürlich soll die katholische Messe im Stadtteil erhalten bleiben. Eine Basis für die katholische pastorale und soziale Arbeit und ein Treffpunkt auch für katholische Menschen. Schließlich arbeitet man in Gahmen schon seit Jahrzehnten ökumenisch Hand in Hand. Warum nicht in einem Haus? Respekt vor der unterschiedlichen Tradition ist Voraussetzung, alles andere werden wir voneinander lernen.
Da geht aber auch noch mehr. Seit einiger Zeit hält auch der Sozialverband seine Treffen im Zentrum. Seit die Gaststätten und Kneipen in Gahmen dicht gemacht haben fehlen doch Versammlungsräume: Das Zentrum an der Kümperheide steht weit offen.




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