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BIS ZUR GRÜNDUNG DER GEMEINDE

Erste urkundliche Erwähnungen

Die derzeit älteste bekannte Urkunde findet sich in der ältesten Heberolle der Karolingischen Kosterstiftung zu Herford aus dem Jahre 822. Horstmar - "horsmere" genannt - hatte darin dem Amte Stockum, zum Stift Münster gehörig, mit dem Ertrag von einer Hufe Abgaben zu leisten.
Weitere Erwähnung findet Horstmar in einer Schenkungsurkunde des Bischofs Hermann zu Münster aus dem Jahre 1178.
In einer weiteren Urkunde aus dem Jahr 1219 übergibt Bischof Dietrich III zu Münster dem Katharinenkloster zu Dortmund ein Zinsgut in "Horsmere".
Das erste "Einwohnerverzeichnis" von Horstmar stammt aus dem Jahre 1486 und ist in einem Schatzbuch enthalten, das dazu diente, die erste außerordentliche landständige Steuer auf dem platten Land zu regeln.
Im Jahre 1552 wurde ein Register zur Erhebung einer Reichssteuer gegen die Türken angefertigt.
Beckinghausen scheint bis zum Ende des 18. Jahrhunderts eine kleine, von jeher mit Horstmar verbundene Bauerschaft gewesen zu sein.




Christianisierung

Die ersten Missionare kamen vom Rhein in diese Gegend. Um die Mitte des 7. Jahrhunderts erwarb Bischof Kunibert von Köln einen Grundbesitz in Soest, um einen Stützpunkt für die Missionarstätigkeit unter den Sachsen zu gewinnen.
Aber auch die später folgenden angelsächsischen Missionare hatten wenig Erfolg in ihren Bemühungen.
Zu einer planmäßigen Missionsarbeit kam es erst unter Karl dem Großen auf Grund des kaiserlichen Ediktes auf dem Reichstag zu Paderborn im jahr 777.
Die Christianisierung Horstmars und Beckinghausens soll hauptsächlich von den Rittern von Schwansbell getragen worden sein.




Reformation

Horstmar war als Vikarie der Pfarrkirche in Derne unterstellt. Es gab eine kleine Holzkapelle in Horstmar, deren Standort aber schon zu Beginn des 30jährigen Krieges nicht mehr bekannt war.
Das Kirchspiel Derne gehörte zur Grafschaft Mark; wie in vielen anderen Städten und Gemeinden dieser Grafschaft fand die Reformation im Kirchspiel Derne schon früh statt. Auch wenn das Jahr nicht mehr festgelegt werden kann, so weiß man, dass der erste reformatorische Prediger in Kirchderne Pfarrer Pepper war, der 1548 gestorben ist. Als sein Nachfolger, Johann zum Kumpe, 1548 sein Amt antrat, hatte die Gemeinde bereits das Reformatorische Bekenntnis nach Luther angenommen.




Erste Bauten

Die Bewohner von Horstmar und Beckinghausen mussten für den Gottesdienstbesuch den weiten, beschwerlichen Weg zur Pfarrkirche in Kirchderne zurücklegen. Das galt auch für Taufe, Trauungen und Beerdigungen. Ebenso waren die Schulkinder gezwungen, diesen Weg zu gehen, um am Unterricht in der Kirchspielschule nahe der Pfarrkirche teilnehmen zu können.
Pfarrer Sebald Hopfensack, Pfarrer in Kirchderne von 1721 bis 1745, erwähnt in einem Protokoll die diesbezüglichen Klagen der Horstmarer und Beckinghausener. 1727 erwähnt er in einem Protokoll, dass die Bauerschaft Horstmar ein von ihr erbautes Schulhaus fertig gestellt habe. Es fehlten aber zunächst Mittel, um einen Lehrer einzustellen. Als erster Schulmeister wird ein Bürger aus Lünen genannt, der gleichzeitig das Weber-Handwerk ausübte.
1863 musste das baufällige Gebäude durch ein neues Schulhaus ersetzt werden. Bis zum Jahr 1874 stieg die Zahl der Schulkinder einschließlich der evangelischen Kinder aus Beckinghausen auf 95 an. Die bisher einklassige Dorfschule wurde in eine zweiklassige Volksschule umgewandelt. Ein Klassenraum diente zugleich aus Betsaal, in dem in 4-wöchigem Abstand sonntags nachmittags ein Gottesdienst abgehalten wurde.
1890 schlossen sich mehrere Bauern und andere Bewohner von Horstmar und Beckinghausen zusammen, um ein Grundstück zur Anlage eines eigenen evangelischen Friedhofs zu erwerben. Am 18. Dezember 1893 erwarb dieser Zusammenschluss das Grundstück Laakenkamp. Die evangelische Kirchengemeinde Derne wurde erst 1926 Rechtsnachfolger des inzwischen aufgelösten Zweckverbandes.
Im Jahr 1903 wurde die neue Wilhelmschule (dann Uhlandschule) mit zwei weiteren Klassenzimmern fertiggestellt.
Sie stand auf einem Grundstück, das der Bauer Nölle zur Verfügung gestellt hatte. Für den Bezirk Horstmar und Beckinghausen wurde vom Konsistorium ein Hilfsprediger entsandt, und so fanden in einem Klassenzimmer der neuen Schule jeden Sonntag vormittags Gottesdienste statt.
Am 19. Dezember 1907 beschloss die Vertretung der Kirchengemeinde (Kirchderne), für die beiden entfernt liegenden Gemeinden Horstmar und Beckinghausen ein eigenes Kirchen- und Pfarrsystem zu gründen. Als erster Pfarrer wurde am 24. Mai 1908 Hugo Werner aus Hattingen gewählt. Am 1. Dezember 1939 trat er in den Ruhestand.
In seine Amtszeit fällt 1909 der Erwerb des Kirchgrundstückes, das die Kirche, das Pfarrhaus sowie eventuell ein später zu planendes Gemeindehaus aufnehmen sollte. Mit dem Bau des Pfarrhauses wurde sofort begonnen, Pfarrer Werner konnte im August 1910 in das neu errichtete Pfarrhaus einziehen.
Mit den Entwürfen und der Bauausführung der Kirche wurde der Architekt Regierungs-Baumeister Reinhold Becker aus Dortmund beauftragt. Am 6. Juli 1913 konnte die neu errichtete Kirche eingeweiht werden.
1932 wurde beschlossen, den Friedhof in Richtung Kanal zu erweitern.
Nachfolger von Hugo Werner wurde der Hilfsprediger Karl Westerkamp, der am 28. Juli 1940 zum Pfarrer in Horstmar gewählt wurde.
Im Jahre 1953 wurde auf dem Friedhof eine Friedhofskappelle mit Leichenhalle errichtet. Die Stadt Lünen beteiligte sich mit einem Zuschuss an dem Bau.
In diesem Jahr wurde ebenfalls die Einweihung des auf dem Kirchengrundstück neu erstellten Gemeindehauses gefeiert. Der Neubau des Gemeindehauses wurde nötig, da der Bergbau sehr kurzfristig den Pachtvertrag zur Nutzung des Reformgasthauses (heute Bürgerhaus) als Gemeindehaus kündigte.




 

Pastor Hugo Werner 




Auf dem Weg zur eigenen Gemeinde

Dass Horstmar-Beckinghausen bereits früh so etwas wie Sebständigkeit zeigten, ist dem bereits erwähnten Protokoll von Pfarrer Sebald Hopfensackzu entnehmen, war doch der Weg bis nach Kirchderne weit und in damaliger Zeit sehr beschwerlich. Insbesondere war die Anmeldung zum Abendmahl am Samstag vor dem sonntäglichen Gottesdienst für die Horstmarer und Beckinghausener Bevölkerung nicht zu leisten.
Der nächste Schritt kam 1874. Mit gestiegener Einwohnerzahl wurde ein Klassenraum der neu errichteten Schule als Betraum genutzt.
Der Erwerb eines Grundstück für einen eigenen Friedhof bildete die nächste Stufe.
Weiter steigende Einwohnerzahl durch die Industrialisierung führte zu weiterer Selbständigkeit, als 1908 die Stelle des Hilfspredigers in eine eigene Pfarrstelle umgewandelt wurde. Der folgende Grundstückserwerb und Bau des Pfarrhauses und anschließend der Kirche führten zu weiterer Unabhängigkeit, der Gemeindebezirk Horstmar-Beckinghausen hatte damit letztlich den Grundstein für ein eigenes gemeindliches Leben gelegt.
Bereits 1917 hatte das Presbyterium der Kirchengemeinde Derne die Bildung von drei Kirchgemeinden - Kirchderne, Altenderne und Horstmar - ins Auge gefasst. !919 wurde dieser Antrag der Kirchengemeinde Derne der Kreissynode vorgelegt. Der Antrag wurde zurückgestellt und sollte im Rahmen einer zu erwartenden Neuordnung des Kirchenkreises diskutiert werden.
Weitere Verzögerungen entstanden durch die Inflation, die Wirtschaftskrise, die eingeleitete Neuordnung der politischen Gemeindenim Raume des westfälischen Industriegebiets, den Kirchenkampf und den Ausbruch des zweiten Weltkrieges.
1945, nach Ende des zweiten Weltkriegs, musste zunächst die Verwaltung des Kirchenkreises neu aufgebaut und geordnet werden.
1946 verabschiedete die Landessynode eine neue Ordnung für die Übertragung des Presbyteramtes. Nach dieser Ordnung wurde 1948 ein neues Presbyterium für die Kirchgemeinde Derne gewählt.
Durch den Zugzug von Flüchtlingsfamilien und Heimatvertriebenen wuchsen einige Gemeinden und der Kirchenkreis in kürzester Zeit zu einer nicht mehr überschaubaren Größe. Deshalb beschloss die Landessynode am 9. Oktober 1959 ein Kirchengesetz, das die Aufteilung des Kirchenkreises Dortmund in fünf neue Kirchenkreise regelte. Danach bildeten die zum Stadtgebiet Lünen gehörenden Kirchengemeinden sowie die Kirchengemeinde Bork-Selm den Kirchenkreis Lünen. Horstmar-Lünen lag damit im neuen Kirchenkreis Lünen, wohingegen Derne und Altenderne zum Kirchenkreis Dortmund-Nordost gehörten. Die folgerichtige Konsequenz war die Bildung einer eigenständigen Gemeinde Horstmar-Beckinghausen. In den viel früher begonnenen Vorbereitungen waren die Voraussetzungen schon getroffen worden; das Presbyterium hatte die einzelnen Vermögensteile der Kirchengemeinde bereits so angelegt, dass eine Aufteilung des Kirchenvermögens jederzeit möglich war. Mit der Urkunde vom 9. Juni 1960 wurden die neuen Gemeindegrenzen festgelegt, eine Grenzberichtigung gegen die Nachbargemeinde Preußen vorgenommen und die im Gemeindebezirk Horstmar und Beckinghausen lebenden Gemeindemitglieder aus der Kirchengemeinde Derne ausgepfarrt worden. Es entstand die im Kirchenkreis Lünen eingegliederte neue Gemeinde "Evangelische Kirchengemeinde Horstmar-Beckinghausen".